Ostentor Kino | 26.9.2020 | 16:00 Uhr
Im Stream | 27.9.2020

 
Das Leben liegt in Trümmern. Dennoch versuchen sich Elin und Tobias am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen und die Ehe zu retten. Zu retten, was noch zu retten ist, nachdem die gemeinsame Tochter verstarb. Zusammen in den Campingurlaub zu fahren klingt nach einer guten Idee. Doch so richtig will keine Laune aufkommen. Die verfinstert sich aber noch weiter, als drei ungebetene Gäste den Zeltplatz belagern und die Camper malträtieren. Denn aus diesem albtraumhaften Wahnsinn gibt es kein Entkommen!
 
Nyholm ist ein Name, den man sich ab sofort direkt neben Haneke und Von Trier tätowieren lassen sollte. Denn diese perfide und bisweilen widerwärtige Variation des GROUNDHOG DAY ist ein Kunstwerk, aber nichts für schwache Nerven. Verstörung statt Schocktherapie stehen auf dem Programm und das lässt niemanden kalt. Mit einem leichten Unterton aus dem Torture-Porn verabschiedet sich dieser Bastard mit einem tieftraurigen Finale, das man nicht erwartet. KOKO-DI KOKO-DA wird lange nachhallen.

 

 

Regie

Johannes NyholmIhr kennt Nyholms Arbeiten und habt euch sicher schon über LAS PALMAS beölt, ein Kurzfilm bei dem ein noch nicht komplett gehfähiges Kleinkind in einer Puppenbar herumstolpert, säuft und frisst. Ein großer Spaß, auf den das Wort „viral“ wohl sehr gut passen dürfte. Seine Arbeiten sprühen vor Kreativität und Exzentrik. Mit KOKO-DI KOKO-DA beweist er das ein weiteres Mal. Doch hier scheint keine Sonne mehr. Dennoch oder gerade deshalb ist Nyholms aktuellster Film einer der großen Festivalfilme unserer Zeit.
 


Credits

Originaltitel: Koko-Di Koko-Da
Schweden, Dänemark 2019 | 86 Minuten | FSK 18 (ungeprüft)

Regie: Johannes Nyholm
Rechteinhaber | Verleih: Stray Dogs | Verfügbar
Sprache: Original mit Englischen Untertiteln
Cast: Leif Edlund, Peter Belli, Ylva Gallon u.a.
Filmfestivals: Brooklyn Horror Film Festival, Fantasia Film Festival, Slash Film Festival, Filmfest München, Fantasporto, Göteborg Film Festival, Rotterdam International Film Festival, Terror Molins, Sitges Film Festival, Sundance Film Festival, Strasbourg European Fantastic Film Festival